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Vereinigung Rohstoffe und Bergbau e. V.

D-EITI trifft Staatssekretär Rouenhoff

Privatwirtschaft betont Bedeutung heimischer Rohstoffsicherung

Am 16. Februar fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) ein erstes Kennenlernen zwischen der deutschen Multi-Stakeholder-Gruppe (MSG) der D-EITI und ihrer neuen politischen Leitung, Herrn Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWE, statt.

Mit der Übernahme der politischen Leitung der EITI-Umsetzung in Deutschland durch Herrn Rouenhoff bekräftigt die Bundesregierung ihren Umsetzungswillen und stärkt zugleich die rohstoffpolitische Diskussion im Rahmen der D-EITI.

Bereits zum Jahreswechsel hatte die D-EITI wichtige Meilensteine erreicht: Die Berichterstattung für die Jahre 2023 (2024) wurde fristgerecht abgeschlossen und veröffentlicht. Zudem wurde der Zugang zu Informationen und Daten durch die umfassend überarbeitete Website weiter verbessert. Diese Fortschritte bilden eine solide Grundlage für die anstehenden strategischen Diskussionen im Jahr 2026.

Im Rahmen des Austauschs am 16. Februar wurden die unterschiedlichen Perspektiven aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Regierung intensiv erörtert und zentrale Weichen für die zukünftige Zusammenarbeit gestellt. Die Multi-Stakeholder-Partnerschaft der D-EITI unterstreicht einmal mehr ihren besonderen Wert als Plattform, um unterschiedliche Interessen im deutschen Rohstoffsektor zu bündeln, Transparenz zu stärken und tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.

Für die Privatwirtschaft sprach Dr. Martin Wedig und betonte in seinem Statement die besondere Rolle der deutschen Rohstoffindustrie innerhalb der D-EITI. Seit dem ersten Tag bringe sich die Branche aktiv in den Dialog ein und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur rohstoffpolitischen Debatte in Deutschland.

Gleichzeitig verwies Dr. Wedig auf die deutlich veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen: Seit Gründung der D-EITI habe sich die Versorgung der deutschen Industrie mit Rohstoffen verschlechtert. Exportkontrollen, insbesondere bei kritischen Rohstoffen, sowie industriepolitische Strategien anderer Wirtschaftsräume etwa in den USA verschärften den internationalen Wettbewerb um Rohstoffsicherheit erheblich.

Während andere Staaten regulatorische Rahmenbedingungen verbessern und ihre heimische Rohstoffproduktion massiv unterstützen, sei der Bergbau in Deutschland – gemessen an der entnommenen Rohstoffmenge – rückläufig. Dabei werde für den Abbau mineralischer Rohstoffe bundesweit lediglich ein sehr geringer Anteil der Gesamtfläche im Jahr 2015, rund 0,45 Prozent temporär in Anspruch, genommen.

Vor dem Hintergrund ambitionierter industriepolitischer Ziele der Bundesregierung, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und Mikroelektronik, werde der Bedarf an Rohstoffen in den kommenden Jahren weiter stark steigen.

Das Fazit der Privatwirtschaft ist klar: Die politischen Zielsetzungen können nur erreicht werden, wenn die Rohstoffversorgung gesichert ist. „Rohstoffe Made in Germany“ seien eine wichtige Rückversicherung gegenüber geopolitisch motivierten Lieferkettenunterbrechungen.

Die Gruppe der Privatwirtschaft regte daher an, dass sich die D-EITI im laufenden Jahr intensiver mit den ersten im Rahmen des Critical Raw Materials Act (CRMA) ausgewählten heimischen Rohstoffprojekten befasst. Von der Bundesregierung  und insbesondere von Herrn Staatssekretär Rouenhoff erhofft sich die Branche eine entschiedene Unterstützung bei der Stärkung der heimischen Rohstoffgewinnung, im Einklang mit Umwelt und Sozialstandards sowie entsprechend den Zielsetzungen des Koalitionsvertrags.

Das Treffen machte deutlich: Die D-EITI bleibt ein zentraler Ort für den offenen, konstruktiven Dialog zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – gerade in Zeiten wachsender rohstoffpolitischer Herausforderungen.